Geschichten und Gedichte von Franz Lorber

Besuch einer Kindergruppe aus der Jugendbildungsstätte Winfriedhaus Naundorf in meinem Mineralienkabinett

Ende Mai 2004 rief mich eine gewisse Frau Teschner aus Dresden an. Sie hätte erfahren, dass ich eine interessante Mineraliensammlung mein eigen nennen würde, und ob es möglich sei, mit einer Kindergruppe aus der Jugendbildungsstätte Winfriedhaus, diese zu besichtigen. Da ich mich immer besonders freue, wenn mich interessierte Leute und vor allem Kinder besuchen kommen, um diese Sammlung, anzugucken, stimmte ich natürlich zu. Termin: 03. Juni 2004. Am Nachmittag gegen 15.00 Uhr erschienen ca. zwölf Kinder mit ihrer Jugendleiterin, Frau Teschner. Ich hatte mich gründlich darauf vorbereitet, und las, nachdem ich sie per Handschlag begrüßt hatte, und sie Platz genommen hatten - die meißten von ihnen auf dem Teppich, weil ich nicht so viel Stühle besaß - zwei Geschichten vor. Als erste, mein Bernsteinmärchen - eine Geschichte für Jung und Alt. Begeistert lauschten sie und hörten zu. Meine zweite Geschichte, wie konnte es anders sein, handelte sich um den gierigen Waldschratt. Ich glaube sogar, dass sich die Kleinsten von ihnen, etwas gruselten. Das hatte ich natürlich nicht beabsichtigt. Da ich bereits vor einiger Zeit in Reichstädt im Umgang mit Kindern Erfahrung gesammelt hatte, wiederholte ich zum Abschluss meine Geschenke mit kleinen bunten Steinchen und Bernsteinen. Da brach natürlich ein Jubelgeschrei unter den Kindern aus. Zum Schluss fragte mich Frau Teschner etwas schüchtern, ob es möglich wäre, am folgenden Tag mit einer anderen Gruppe zu mir zu kommen. Ich überlegte nicht lange und sagte zu. Es war ebenso ein Erfolg, wie am ersten Tag. Gern hätte ich solche Veranstaltungen öfters für andere Kinder wiederholt, leider meldeten sich keine mehr. Seit dieses Zeit, damals sind nun schon einige Jahre ins Land gezogen ...

 

                                      Der 1. Tag mit den Kindern ...

                       

 

                                                                               

 

                                        

Hier halte ich in meinen Händen eine Museumsstufe"Labradorit". Auf der einen Seite kann man das Rohmineral erkennen, während die Vorderseite aufwendig geschliffen und poliert wurde. Dadurch kommt eine ungeahnte Farbenvielfalt zum Vorschein. So ist es mit fast allen Mineralien, wenn sie geschliffen und poliert werden. Aufmerksam folgen die Kleinen meinen Ausführungen und einige von ihnen betasten vorsichtig den Labradorit, der übrigens zu der Gruppe der Silikate gehört. Die kleine Blonde mit dem Pferdeschwanz wurde von ihren Freunden: "Unsere kleine Professorin" genannt, weil sie recht gut Bescheid wusste, das lag daran, weil ihr Vater Geologe war, und die Mineralienkunde ihr großes Hobby war.  

 

                                     Der 2. Tag mit den Kindern ...

 

                                          

Die leuchtenden Augen und die neugierigen Blicke sagen alles, als ich den Kindern erklärte, dass Kopale fossile Harze sind, die bis zu einer halben Millionen Jahre alt sind. In diesem Stück, welches ich in den Händen halte, sind Fliegenmaden eingeschlossen, die man deutlich erkennen kann. Bernsteine dagegen sind bis zu fünfzig Millionen Jahre alt. Damals sah unsere Welt ganz anders aus. Nachzulesen in meiner Bernsteingeschichte, die ich den Kindern auch vorgelesen hatte.