Geschichten und Gedichte von Franz Lorber

Ernte 2007

Ernte 2007

Gedichte von Franz Lorber 


 
 
  Begleitwort

Nun habe ich meinen siebenundsiebzigsten Geburtstag überschritten und ich bin des Schaffens immer noch nicht müde geworden. Irgendwie bin ich wohl ein wenig, oder gar mehr als erträglich, danach süchtig geworden, meine Gedanken und Gefühle auszuleben und dementsprechend auch festzuhalten. Ich mag es nicht, wenn leere, weiße Papierblätter vor meinen Augen sinnlos ihr Dasein fristen. Irgendwie erfüllt es mich mit einer wahrhaft inneren Genugtung und Begeisterung, wenn wieder und immer wieder eine Seite angefüllt ist, mit meinen Empfindungen. Ob Erzählungen, Märchen, Natur- oder Tiergeschichten, vor allem aber Gedichte, denn viele von ihnen beinhalten irgendwie mein mühselig, eintöniges Leben. Ist es doch ausgefüllt seit über einem Jahrzehnt an-strengender, oftmals qualvoller Hingabe und Pflege für meine liebe Frau Anni. Es ist wohl meine Waage, die versucht, mein Leben immer wieder in einen gewissen Gleichklang zu bringen. Und wenn dann wieder ein Buch fertig geworden ist, bis hin zum Druck und Eingebundensein, dann bin ich ganz einfach froh und glücklich. Bedeutet es doch,etwas Bleibendes geschaffen zu haben,welches für meine Kinder, Enkel und Urenkel und vielleicht sogar für deren Nachkommen etwas Wertvolles bedeuten könnte. Ich glaube mich schemenhaft entsinnen zu können, an einen Lebensabschnitt meiner frühesten Kindheit. Schlinzigs, unsere Nachbarn aus meiner Heimatstadt Graupen, warteten oftmals schon auf ihrer Gartenbank unter dem alten Apfelbaum auf mich,(sie waren schon längere Zeit Rentner). Und wenn ich mich dann zu ihnen gesellte, fragten sie mit einem schalkhaften Lächeln im Gesicht: ”Na Franzl, was hast du denn heute Nacht wieder geträumt?” Ich setzte mich zu ihnen und begann zu erzählen. Aus kleinen Traum-bildern, die ich mir mitunter selbst ausgedacht hatte, entstanden kleine kindhaftnaive Geschichtchen und diese ersponnenen Phantasiegebilde, vielleicht waren sie die Grundlage für meine spätere Fähigkeit, andere Menschen mit meiner eigenen Literaturhingabe zu begeistern und so will ich es auch weiterhin tun, solange ich geistig und kräftemäßig dazu befähigt bin.

Franz Lorber