Geschichten und Gedichte von Franz Lorber

Publikationen

                   1. Spuren längst vergangener Zeiten

                       Ursprünglicher Titel "Verwehte Spuren"

                       Herausgegeben von Zwiebelzwergverlag Christian Schell  2008

                       34439 Willebadessen Klosterstr. 23

                       Kartoniert  Illustriert v. Heike Laufenburg    227 Seiten

                       verlag@zwiebelzwerg.de  www.zwiebelzwerg.de

 

 

Geschichten vom Jungsein und Älterwerden“
(Zweiter Teil meiner autobiographischen Erzählung)
mit den Kapiteln :
. Taigasand und     Jugendsünden...
. Der Heimkehrer
. Alltagsgeschichten
. Roter Sumpf
. Das Haus der tausend Seelen
. Rentnerdasein       
 
Zum Inhalt:
Wie der Franz zum jungen Mann geworden ist, seine dreijährige Dienst– und Leidenszeit bei der Kasernierten Volkspolizei, Liebesaffären, das Kennenlernen des jungen Mädchens Annemarie und seine große Liebe zu ihr.
Heirat und Alltagsgeschichten.
Irrungen und Wirrungen als Funktionär der SED
Zwei Jahrzehnte als Heimleiter in einem Alten- und Pflegeheim.
Rentnerdasein und Ausklang 
(276 Seiten)
Volldruck in der weiter unten angeführten Rubrik:"Spuren längst vergangener Zeiten ..." 
 

 © 2003 by Franz Lorber • info@franz-lorber.de

 

 

 

                                      2.      "Wenn Großvater erzählt ..."

                                               Kindergeschichten       geschrieben und erzählt von Franz Lorber 

                                                                                                    Illustration: Bärbel Lange

                                                                                                   Druckvorbereitung: Prof.Dr.Adolf Heger

                                                                              Druck: Alinea  Königsbrücker Str 69      01099 Dresden

                                                                                                  e Mail:  alinea-dresden@online.de

 

                                                 3.Ein vorweihnachtliche Geschichte                                   

 

 

                 Weihnacht 2007  - ein Weihnachtsgedicht

                               Seite 189-193

                       Herausgegeben im Sammelband:

             Besinnliches zur Weihnachtszeit - Weihnachtsanthalogie 2008

           August von Goethe Literaturverlag Frankfurt A/M

                       

                                                   Adventzeit ...

Jedes Jahr um die gleiche Zeit, wenn der erste Adventsonntag die Leute in den Häusern anregte, ihre Fenster mit Lichterbogen zu schmücken und ihre Anbauwände sowie Regale mit Räuchermännchen, Nussknackern und anderen Weihnachtsfiguren auszugestalten, da begab sich Großvater Franz still und heimlich in seine Bastlerwerkstatt hinunter, um an seiner selbstgebauten Drechselbank einige kleine Weihnachtsfiguren hervorzuzaubern. Lange genug waren die Holzstücke aus Buche, Esche und sogar von umgesägten Apfelbäumen auf dem Boden getrocknet, damit sie dann, wenn die Figuren fertiggestellt waren, nicht mehr reissen konnten, denn nur ganz trockenes, lange genug gelagertes Holz ist dazu geeignet, in den warmen Stuben überleben zu können. Es kam früher schon mal vor, dass an irgend einem Abend in der Stube ein leiser Knall davon deutete, dass wieder einmal eine Weihnachtsfigur auseinandergebrochen war, weil das Holz noch zu frisch bearbeitet wurde. Aber Großvater Franz hatte daraus seine Lehren gezogen. Das passierte ihm nun schon seit vielen Jahren nicht mehr.

Immer dann, wenn solch eine Figur fertig wurde, wenn die Gesichter angemalt oder eingebrannt waren, wenn die Knöpfe an den Jacken angeleimt und die Schuhe schwarz oder braun eingefärbt wurden, wenn dann gar aus Fell- und Pelzresten die lockigen Haare diesen Figuren ein lustiges Aussehen gaben, dann strich Opa Franz behutsam über seine angefertigten Figuren hinweg und seine Lippen berührten sie, so, als wolle er ihnen ein weihnachtliches Leben einhauchen.

Jedes Jahr am ersten Adventsonntag wurden durch Oma Anni die Figuren aufgestellt und es sah gar lustig aus, wie sie mit ihren niedlichen Gesichtern in die Wohnstube hineinlachten. Selbst die zwei streng aussehenden Nussknacker schienen freundlich und gutmütig in den Lampenschein hineinzublinzeln. Silvio, ihr ältester Enkel blieb nun für einige Tage bei seinen Großeltern. Dann, eines Nachts, es war der dritte Adventsonntag, der Mond schien ziemlich hell durchs Fenster, erwachte Silvio. Ganz leise hörte er Stimmen, wie Musik aus dem Wohnzimmer und es klang, als ob kleine Schlümpfe singen würden. Die Turmuhr hatte vor wenigen Minuten zwölfmal geschlagen und Mitternacht angezeigt. Ganz vorsichtig stand Silvio auf und schlich zur Wohnzimmertür. Neugierig, wie er nun einmal war, guckte er durchs Schlüsselloch. Ganz große Augen machte er. Das konnte doch nicht wahr sein! Die kleine Musikkapelle spielte auf zur Tanzmusik und die gedrechselten Räuchermänner, sie tanzten im Reigen mit den Engelchen. Auf dem runden Tisch, direkt neben der Nussschale hatten es sich die beiden Nussknacker bequem gemacht und sie knackten Hasel- und Walnüsse um die Wette. Das Waldarbeiterräuchermännlein hatte seine Pfeife im Mund und qualmte. Dichter Rauch stieg aus seinem Munde empor. Silvios Augen wurden größer und immer größer. Träumte er? Oder war es die Wahrheit, was er hier zu sehen und zu hören bekam? Eine ganze Stunde stand er lauschend hinter der Tür und beobachtete dieses bunte Treiben. Dann schlug die Turmuhr und es war ein Uhr geworden. Blitzartig verstummten die Figuren und standen starr und steif, wo sie soeben noch ihren Unsinn getrieben hatten. Der Mond schlich sich hinter die Wolken, lächelte noch einmal pausbäckig und dann wurde es dunkel. Silvio kroch unter seine Zudecke und schlief endlich ein. Im Traum noch erschienen ihm diese sonderbaren, lebendigen Figuren.

Am nächsten Morgen, als Omi Anni den Tisch für das Frühstück decken wollte, da begann sie zu schimpfen: "Das ist aber nicht in Ordnung. Wenn ihr am Abend Nüsse knackt, dann müsst ihr auch die Schalen wegräumen. Seht nur mal, wie das aussieht. Und meine Kristallvase hast du auch runtergeworfen." Vorwurfsvoll sah sie Silvio an. "Und du sollst nicht ständig mit den Weihnachtsfiguren spielen. Schau nur mal, wie unordentlich sie herumstehen." Sie nahm Besen und Schaufel, kehrte die Schalen zusammen und dann saugte sie noch den Teppich ab. Anschließend hob sie die kleine Kristallvase, die auf dem Teppich lag, auf und stellte die Figuren wieder an Ort und Stelle. Klein Silvio versuchte sich zu entschuldigen. "Ich war es doch gar nicht. Dort die Holzkerle haben diese Unordnung angestellt." Er war sichtlich empört, weil Anni Oma ihn beschuldigt hatte. Sie jedoch winkte ab. 'So ein kleiner Träumer', dachte sie lächelnd.

Viele Jahre sind seit jener Zeit vergangen. Silvio selbst ist zu einem prächtigen Manne herangewachsen und er ist stolzer Vater seiner Zwillingsmädchen Kim und Lea. Am ersten Adventsonntag holte er, wie jedes Jahr, die Kiste vom Boden und dann stellte mit seiner Frau Kati die Weihnachtsfiguren, Pyramiden und Kerzenständer auf. Anschließend setzte er sich mit seinen zwei Mädels aufs Sofa und dann erzählte er die Geschichte von damals, als er bei seinen Großeltern diese wundersame nächtliche Adventstunde erlebt hatte. Gespannt hörten seine Mädels zu. Als er fertig war mit dem Erzählen, flüsterte Kim leis Lea ins Ohr: "Unser Vati spinnt wieder einmal ..." Lea jedoch rief empört: "Unser Vati lügt nicht. Was er erzählt, das ist auch wahr!"

Vater Silvio lächelte vor sich hin, betrachtete nachdenklich die Weihnachtsfiguren und wusste selbst nicht so recht. Hatte er das alles damals nur geträumt, oder war es wirklich geschehen in dieser eigenartigen Adventsnacht bei seinen Großeltern?

 

                       Weihnacht 2007

                    Weit draußen, im dichten Walde,
                    da wuchs ein Tännchen empor.
                    Es wuchs und wurde gar stattlich,
                    bis es seine Freiheit verlor.

                    Dezember war's, mitten im Winter,
                    da schlich im Schnee, husch, husch, husch,
                    ein Mann so heimlich und leise,
                    hin, zum verschneiten Busch.

                    Nun stand er vor einem Bäumchen,
                    und sägte das Stämmchen entzwei,
                    dann trug er es auf dem Rücken,
                    als ob es sein Eigentum sei.

                    Zu Hause angekommen,
                    stellte er den kleinen Baum,
                    mitten hinein in das Zimmer,
                    und schmückte den Weihnachtstraum.

                    Glaskugeln und Silberlametta,
                    so bunt hatte er es geschmückt,
                    und seine Kinder, sie tanzten,
                    um ihn herum so entzückt.

                    Und als die Lichter dann glänzten,
                    da sangen sie wie im Chor,
                    ein Lied vom Heiligen Abend,
                    und standen andächtig davor.

                    Das Weihnachtsbäumchen, es prangte,
                    im hellen Weihnachtsglanz.
                    Es hatte den Wald fast vergessen,
                    vergessen sein Wäldchen fast ganz.

                    Nur ab und zu beim Träumen,
                    hatte es noch gedacht,
                    wie drüben im dichten Walde,
                    der Mond schien in eisiger Nacht.

                    Die anderen Bäume, sie rauschten,
                    im Wind und sie raunten sich zu.
                    Es war, als würden sie winken,
                    dem Christfest in stiller Ruh.

                    Drei Wochen hat das Bäumchen geleuchtet,
                    im hellen Kerzenschein.
                    Ach, wie die Lichter noch brannten,
                    da konnte es glücklich sein.

                    Nun liegt es auf einer Halde,
                    entnadelt, fast schon und kahl.
                    Verlassen träumt es von der Weihnacht,
                    dort draußen gar manches Mal.
                    

          4.Zwiegespräch mit Goethe (Pseudonym FLO)

                       Seite 161 - 162

                       Herausgegeben als Sammelband

                       Gedicht und Gesellschaft 2009

                       der Augenblick

   Frankfurter Bibliothek - Brentanogesellschaft Frankfurt /M M B H

                  Zwiegespräch mit Goethe 

                       Johann Wolfgang, alter Knabe, 
                     komm, erzähle mir von dir.
Stünd' ich heut' an deinem Grabe,
"Ach, mir geht es so wie dir."


Deine Liebe, die beseelte,
hast Ulrike du genannt.
Wie dich diese Liebe quälte,
die in dir so spät entflammt.


Ich kann es wohl nachempfinden,
wie dein Körper und dein Geist,
deine späten Liebessünden,
in die Altersschranken weist.


Sieh! Auch ich mit meiner Seele,
hab gekostet von dem Wein.
Herb und süß - wie ich mich quäle,
ach, so spät verliebt zu sein.


Johann, Wolfgang! Ich muss gehen.
Dir gilt heute mein Gedicht.
Ich kann dich so gut verstehen,
mich jedoch, begreif' ich nicht ...

 

                              

 

 

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Spuren längst vergangener Zeiten

Kurzbeschreibung Dieses Buch erzählt die Geschichte meiner Kindheit. 1934 in Graupen (Krupka Erzgebirge/Tschechien) gebo-ren, wurden wir 1946 wie so viele andere heimatvertrieben. Mit einigen Köffer-chen, Taschen und anderem Gepäck wurden wir eines Morgens per Lautsprecher aufgerufen. Sammelstelle ... weiterlesen
  • ISBN-10:3-86806-017-0
  • EAN:9783868060171
  • Veröffentlichungsdatum:Dezember 2008
  • Verlag:Zwiebelzwerg Verlag
  • Einband:Taschenbuch
  • Kundenbewertung:Bewertung
  • Sprache:Deutsch
  • Auflage:1. Auflage
  • Seiten:228
  • Gewicht:331 g
 

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Kurzbeschreibung zu: "Spuren längst vergangener Zeiten"

Dieses Buch erzählt die Geschichte meiner Kindheit. 1934 in Graupen (Krupka Erzgebirge/Tschechien) gebo-ren, wurden wir 1946 wie so viele andere heimatvertrieben. Mit einigen Köffer-chen, Taschen und anderem Gepäck wurden wir eines Morgens per Lautsprecher aufgerufen. Sammelstelle Straße! Anschließend Lager! Nach etwa zehn Tagen in Viehwaggons durchs kaputte Deutschland bis hinauf nach Mecklenburg. Dort lebten wir ein halbes Jahr auf einem Bauernhof. Dann durch glückliche Umstände kamen wir zurück ins deutsche Erzgebirge, unweit unserer ehemaligen Graupener Heimat. Meine kindhaften Abenteuerjahre in einem einsamen Waldhaus in Waldbären-burg werden hier geschildert. Dann 1950 Lehrbeginn im Uhrenstädtchen Glashütte. Sie finden hier viele lustige und traurige Begebenheiten aus dieser Zeit, die nicht erfunden sind, sondern vom Leben geschrieben wurden.
 

 

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Bewertung «Wunderschöne emotionale Erzählung über ein Vertriebenenschicksal»
von F. Nitze aus Bitterfeld (14.02.2010)

Franz Lorber schildert im ersten Teil seiner fesselnden Autobiografie die Zeit seiner Kindheit bis zu seinen Lehrjahren. Geboren 1934 im sudentendeutschen Graupen musste er als Zwölfjähriger mit Eltern und Geschwistern seine Heimat verlassen. Hier beginnt seine sehr einfühlsame Erzählung. Verfrachtet in Güterwagons und über unmenschliche, gottlose Zwischenlager für Heimatvertriebene ging es hungernd und ohne viel Hab und Gut einer völlig ungewissen Zukunft entgegen. Im fernen, fremden Mecklenburg bekommt seine Familie auf einem Bauernhof Unterkunft und Arbeit. Verwandtschaftliche Beziehungen helfen ihr etwas später schließlich wieder zurück ins osterzgebirgische Waldbärenburg, unweit der alten Heimat.

Mit spannend-fesselnden, traurig-rührenden aber auch abenteuerlichen und humorvollen Episoden führt der Autor den Leser detailliert aber äußerst kurzweilig durch die besonders für Flüchtlinge schwere und entbehrungsreiche Nachkriegszeit. Oft kehrt er dabei gedanklich zurück in seinen schönen aber verlorenen Heimatort Graupen…

Ich habe dieses emotionsgeladene Buch in kürzester Zeit durchgelesen. Hat man erst mit dem Lesen begonnen, legt man es freiwillig nicht mehr beiseite. Für mich zählt es mit zu den schönsten und fesselndsten Büchern. All jenen Lesern, die sich gern von einer wunderschönen Erzählung unterhalten lassen, ist das Buch wärmsten zu empfehlen. Wer sich aber so wie ich für das Schicksal Vertriebener interessiert, dem kann ich es nur als Pflichtlektüre nahelegen.

Auf seiner Internetseite hat Franz Lorber Auszüge aus dem 2. Teil seiner Autobiografie „Vom Jungsein und Älterwerden“ eingestellt. Leider ist dieser Teil nicht als Buch veröffentlicht. Zudem findet man dort unzählige andere Werke seines umfangreichen überwiegend lyrischen Schaffens. Man erfährt auch, dass der 75-jährige Autor seit 16 Jahren seine schwer an Alzheimer erkrankte Ehefrau aufopferungsvoll allein zu Hause pflegt.
Über sein Gästebuch konnte ich zwischenzeitlich Kontakt mit diesem überaus sympathischen und sehr agilen Schriftsteller aufnehmen.

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